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"Den Geburtsfehler des Internets - kostenlose Inhalte - zu beseitigen ist aber schwierig und langwierig."
Monika Piel, Vorsitzende der ARD, Tagesspiegel-Interview vom 3.1.2011
Erfreulicherweise mahnt der Landesdatenschutzbeauftragte von Rheinland-Pfalz derzeit zahlreiche Unternehmen wegen der rechtswiedrigen Nutzung des Tracking-Tools "Google Analytics" ab. Unerfreulich: Nicht auf der Liste ist die bayrische CSU. Die Partei der Verbraucherschutzministerin Aigner, die sich in der Vergangenheit in der Öffentlichkeit als große Datenschützerin (siehe z.B. auch diesen Stern-Artikel) darzustellen versuchte, nutzt selbst, wie auch mehrere Seiten der Schwesterpartei CDU, Google Analytics. Einen ausreichenden Hinweis auf Art des Werkzeuges und die Weiterverwendung der Benutzerdaten besteht dabei, wie auch bei den kritisierten Unternehmen, nur in mangelhafter Form. Davon kann man sich im Impressum der Seite selbst ein Bild machen, wo zwar auf Analytics hingewiesen wird, keineswegs aber auf die vollen Konsequenzen. Obwohl wir bereits im Rahmen der Veranstaltung "Meine Daten gehören mir" auf diesen Missstand hingewiesen haben, werden die Nutzerdaten der Besucher zahlreicher Seiten der Unionsparteien weiterhin intransparent ausgewertet und an an Google weitergegeben. Und das ist insbesondere pervers, da es ausreichend Alternativen zu Analytics gibt, wie z.B. Piwik. Wie glaubwürdig die diversen Aussagen der Verbraucherschutzministerin zum Thema Datenschutz angesichts dieses dauerhaft peinlichen Verhaltens sind, darf jeder für sich bewerten.
Folgender Screenshot zeigt den einen Auszug aus dem Quelltext von www.csu.de, auf dem auch schön der Google Tracking-Code der CSU (UA-1534344-2) erkennbar ist:
Update: Jörg Tauss hat übrigens bereits 2009 den Bundestag im Beisein des Bundesdatenschutzbeauftragten auf das brisante Thema Tracking deutlich aufmerksam gemacht.
Wie angekündigt haben wir am vergangenen Donnerstag im Landtag an der Veranstaltung "Meine Daten gehören mir?" teilgenommen. Es hat sich gezeigt, dass einige unserer Themen allmählich in der etablierten Politik angekommen sind, uns aber auch unseren enormen Handlungsbedarf vor Augen führt. Die Diskussion widmete sich primär der populärkulturellen Seite des Datenschutzes rund um Facebook und VZnet. Der politische Datenschutzalptraum INDECT etwa kam überhaupt erst nach kritischen Kommentaren aus dem Publikum zur Sprache und die anwesenden Politiker schienen kaum Wissen über dieses brisante Thema zu haben. Einen detaillierten Bericht zu der Veranstaltung haben die Piraten Ludwigsburg verfasst: "Datenschutz ist nicht sexy!".
Die digitale Revolution hat mittlerweile alle Lebensbereiche erreicht. Für unzählige Unternehmen sind die digitalen Fingerabdrücke, die wir bei der Nutzung des Internets hinterlassen, eine wichtige Geschäftsgrundlage. Das Sammeln, Speichern und Weitergeben dieser Informationen erfolgt in den meisten Fällen ohne unser Wissen. Für die gesammelten Daten gibt es etliche Einsatzgebiete. Google oder FaceBook etwa nutzen die gesammelten Daten vielfältig, zum Beispiel für immer zielgerichtetere Werbung.
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